Eifel-Bunker-Tour – Eifel-Bunker-Tour

Sie sind hier: Bunker-Dokumentationsstätten » Aktuelles » Eifel-Bunker-Tour

Eifel-Bunker-Tour
Nächster Termin: 28.10.2012
Artikel lesen ...

Buchtipp
„Geheimakte Regierungsbunker“ – das Buch zum Thema
Geheimakte Regierungsbunker
Buchtipp lesen ...
Filme & Broschüren
Bunker-Shop
Filme und Broschüren
Weiter zum Verkauf ...
Partner
Hotel & Restaurant Hohenzollern
Hotel und Restaurant Hohenzollern
Das Hotel Hohenzollern aus Ahrweiler unterstützt die Bunker-Dokumentationsstätten
Zur Internetseite ...

„Eifel-Bunker-Tour“ 2012: Nächster Termin 28.10.

Historisch, technisch, spannend: Zwei Regierungsbunker an einem Tag erleben

Mit der „Eifel-Bunker-Tour“ geht es an einem Tag durch zwei Atombunker der Regierungen von Bund und Land – im Bild der Regierungsbunker in Ahrweiler.Im Frühjahr 2009 begann mit der Erstauflage der "Eifel-Bunker-Tour" eine Erfolgsgeschichte der besonderen, verbunkerten Art, die nun ins 4. Jahr geht: Ein Tagesprogramm entführt auch 2012 in zwei Unterwelten, die für zwei Regierungen ab 1962 gebaut wurden. Zwischen 10 und 17 Uhr werden die ehemaligen Ausweichsitze des Bundes (in Ahrweiler) und des Landes Nordrhein-Westfalen (in Urft) besichtigt.

Beide Anlagen verbindet - über ihre ehemalige Aufgabe hinweg - die kürzeste Entfernung, die es zwischen dem Bunker der Bundesregierung und einem Landesbunker gab. Nicht einmal eine Stunde benötigt der Reisebus für die Fahrt zwischen den Anlagen. Den Weg zwischen beiden Regierungsbunkern gestaltet kurzweilig ein Imbiss und ein Film über den Ahrweiler Regierungsbunker. Interessant, spannend, aufschlussreich und unterhaltsam wird so ein Kapitel beleuchtet, das die Regierungen vor fast 50 Jahren unter höchster Geheimhaltung schrieben. Nicht nur für geschichtlich oder technisch Interessierte ein „Leckerbissen“, sondern auch für Kinder und Jugendliche, die so nicht nur aus den Geschichtsbüchern etwas über den Kalten Krieg erfahren. Die Bunker sind heute Mahnmale und erzählen lebendige Geschichte über die Zeit der atomaren Abschreckung. Bei den Führungen wird neben der technischen Erläuterung auch die taktische und politische Aufgabe der Bunker erklärt – eine Zeitreise der besonderen Art!

Besucher in der telefonischen Handvermittlung des Urfter Landesbunkers, die aus dem Jahr 1965 stammt.Eine Zeitreise, die nicht nur für die größeren Besucher sehr interessant ist, sondern auch in speziellen Kinderführungen die Interessen der jüngeren Bunkerbesucher berücksichtigt. Zu Jahresbeginn 2010 wurde erstmals ein völlig neuer Typus der Kinderführung in Urft erfolgreich vorgestellt, der die jüngste Altersgruppe über eine Schnitzeljagd auf Abenteuerreise durch den Bunker schickt. Dabei wird auf spielerische Art das Bauwerk erschlossen und die Anlage so erklärt, dass Altersgruppen zwischen 6 und 10 Jahren den Bunker gleichermaßen gut erklärt bekommen. Kinderführungen werden angeboten ab fünf Anmeldungen.

2012 sind diese Termine geplant: 25. März (ausgebucht), 24. Juni (ausgebucht) und 28. Oktober.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. Die Teilnehmerzahl ist auf 50 begrenzt.

Preis (eingeschlossen Eintritt in beiden Dokumentationsstätten, die Busfahrt sowie die Verpflegung):

48 Euro; Ermäßigungen 40 Euro (für Schüler, Studenten, Azubi, freiw. Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende, Behinderte ab 50 % gegen Ausweisvorlage), Kinder bis 16 Jahre 32 Euro; Familienkarte (Elternpaar und ihre Kinder bis 16 Jahre) 120 Euro.

Anmeldungen (Voraussetzung zur Teilnahme!) zur „Eifel-Bunker-Tour“:

www.ahrtal-tourismus.de

Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.
Telefon: 02641/ 91 71 65
Fax: 02641/ 91 71 61

oder

E-Mail: Ahrtaltourismus

Wichtige Hinweise des Veranstalters: Die Tiefsttemperatur im Bunker liegt bei 8 Grad - um geeignete, warme Bekleidung wird gebeten. Die Bunkeranlagen sind für Tiere nicht zugelassen. Ein Besuch der Bunkeranlage der Landesregierung Nordrhein-Westfalen ist für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit nicht zu empfehlen.

Wo einst Schmidt und Erhardt verschwanden

Teil 1 der Eifel-Bunker-Tour: Der Regierungsbunker in Ahrweiler

Bundeskanzler, Minister oder Staatssekretäre gingen einst über diesen Flur. Heute sind es täglich bis zu 1.000 "normale" Besucher.Helmut Schmidt ging über diesen Flur, Bundeskanzler Ludwig Erhardt ebenso. Bundesminister, Staatssekretäre, bekannte und weniger bekannte Namen der Politik - was sie alle eint: Durch das Zugangsbauwerk 123, vorbei an den 25 Tonnen schweren MAN-Toren, führte ihr Weg in die Tiefen des Kuxberges. Ganz nach „Dienstgrad“ wurden die Kilometer langen Wege mit dem Elektrokarren zurück gelegt, oder zu Fuß.

Für die Gäste der Eifel-Bunker-Tour geht es auf jeden Fall zu Fuß in den Bunker. Nur dürfen sie sich Zeit nehmen und das Areal mit seinen interessanten Seitengängen auch jenseits der Ideallinie erkunden. Es geht in die Technikräume eines MAN-Tores, durch den Duschtrakt der Dekontaminierung. Das alles bekamen Helmut Schmidt & Co. nicht zu sehen.

Abstecher in die Räume des Bunkers enden immer wieder auf dem Hauptflur (links).Die zahlreichen Abstecher in die Räume des Bunkers enden immer wieder auf dem Hauptflur – der zentralen Verkehrsachse. Und auch, wenn man nicht bei jedem Schritt darüber nachdenken muss, wer hier schon alles unterwegs war – eine Zahl spiegelt beeindruckend wider, was die Besucher unter den Füßen haben: Jeder Meter, den man zurücklegt, entspricht 139.499,30 Euro! So bewegt man sich im Bummelschritt über materielle Werte, die sich nach sieben Metern auf eine Million Euro addieren. Steuergelder wohlgemerkt, die vorbei an jeder Kontrollinstanz von der Regierung in den Berg betoniert wurden. Wer dann, nach einem Abstecher im Unterkunftsbereich des Bundespräsidenten, dem Friseursalon für 3.000 Menschen oder vorbei an den taktischen Karten des Militärs schließlich auf der Aussichtsplattform der Dokumentationsstätte steht und sich vom Tunnelblick faszinieren lässt, hat 28,3 Mio. Euro durchwandert. Und ist gerade einmal 203 Meter vom Eingang des ehemaligen Regierungsbunkers entfernt. 17,1 Kilometer liegen im Finstern vor einem.

Abbild der realen Angst vor dem Atomkrieg der 60er Jahre: Selbst der rückgebaute Regierungsbunker strahlt das aus.Das riesige Tunnellabyrinth an der Ahr mit seiner urbanen Ausstrahlungskraft ist ein gedankliches Abbild der realen Angst vor dem Atomkrieg der 60er Jahre aus Beton und reichlich Technik. Ein Rückzugsraum, der aus der Hoffnung entworfen wurde, er funktioniere. Jeder Art von Angriff sollte der gigantische Koloss standhalten.

Teil 1 der Eifel-Bunker-Tour steht für Größe. Und für ein bis ins letzte Detail durchorganisiertes Krisenmanagement „3. Weltkrieg“, das beeindruckend über den Bunker dokumentiert wird. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Das ist zu sehen, wird aber auch in allen Details durch die Gästeführer der Dokumentationsstätte erklärt.

Rückzug. Nach zwei Stunden ist die Führung im ersten von zwei Atombunkern dieses Tages beendet.Nach zwei Stunden ist diese extra für die Eifel-Bunker-Tour zeitlich erweiterte Sonderführung beendet. Dort, wo Helmut Schmidt auch wieder ans Tageslicht zurückkehrte, können sich die Besucher mit ihren frisch gewonnen Eindrücken auf Teil 2 des Tages freuen. Und das haben weder Bundeskanzler Ludwig Erhardt oder seine Nachfolger erlebt: Es geht weiter, mit dem Bus Richtung Ausweichsitz der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Der zweite Atombunker wartet auf seine Besucher. Den Weg dahin versüßt das Lunch-Paket, für Information und Unterhaltung sorgt ein Film über den Regierungsbunker. Die meisten Bilder wurden aufgenommen, als alles noch an seinem Platz war, an diesem unterirdischen Regierungssitz. Eine Einstimmung auf das, was in Urft ab 13.30 Uhr auf die Gäste zukommt ...

Im Sandfilter wühlen, beim WDR auf Sendung gehen

Teil 2 der Eifel-Bunker-Tour: Der Ausweichsitz in Urft

Wühlen im Sandfilter. Hier sollte die Außenluft nach einem Atomschlag für den Betrieb im Bunker abgekühlt werden. Heute ertasten Besucher diese Idee.Urft ist ein kleiner Ort in der Eifel, der nach einer Stunde Busfahrt vom Regierungsbunker in Ahrweiler erreicht wird. Ein Ort, wie es ihn tausendfach in Deutschland zu geben scheint. Nichts weist in dieser Normalität darauf hin, das abseits und angrenzend an einen Wald der Ausweichsitz der Landesregierung Nordrhein-Westfalen liegt. Das Bundesland, in dem auch die „provisorische Bundeshauptstadt Bonn“ lag und das immer als ein Hauptangriffsziel bewertet wurde – im Atomkrieg genauso wie bei der Spionage des Ostens im Kalten Krieg. Insofern verwundert es nicht, dass die Anlage der DDR bestens bekannt war. Leider teilte die ihr Wissen nicht mit den Urftern. Viele lebten bis vor Kurzem in der festen Annahme, dort im Berg liegt ein schmuckes Wasserwerk.

Vor dem Abgang (in den Bunker) steht der Aufstieg: Um in den Landesbunker zu kommen, geht es über ein Treppenhaus bergauf.Der Bus der „Eifel-Bunker-Tor“ biegt weit hinter dem Ortsausgangsschild links ab und verschwindet in einem unscheinbaren Wirtschaftsweg. Unter einem Schlagbaum hindurch, geht es am Berg entlang – links im Tal der Gillesbach, rechts der ansteigende Berg. Dann fährt der Bus durch das grüne Tor und hält vor einer Doppelgarage. Angekommen.

Die Besucher wechseln ihre Rolle und sind nun auserkorene Mitarbeiter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, die hier eine wichtige Aufgabe übernehmen. Versprochen: Alles ist lösbar, aber zum ersten Mal in ihrem Leben arbeiten sich die Bunker-Tourianer durch einen Atomkrieg.

In kleinen Gruppen geht es durch den Bunker. Zuerst über eine Seitentür in die Doppelgarage, dann eine Treppe hinauf, um in den Bunker hinab zu kommen. Und auch hier gilt: Die Wege sind nicht die gleichen, die einst der Ministerpräsident und seine Endzeitmannschaft genommen hätten. Die Besucher dürfen ihre Hände durch einen 40 Jahre alten Sandfilter gleiten lassen, schalten das Mikrofon in der Kommandozentrale ein und geben Befehle, die über Lautsprecher in jeden Raum des Bunkers übertragen werden. Und von diesen Räumen gibt es viele. Denn das rund 1.000 Quadratmeter große Areal erstreckt sich über vier Etagen.

Bundesweit ein einmaliges Zeitzeugnis: In der Dokumentationsstätte funktionieren nahezu auch alle technischen Geräte – im Bild der Schiffsdiesel zur Stromerzeugung.War der Regierungsbunker der Bundesregierung in seinen  besten Zeiten 83 Mal größer, hat der Ausweichsitz der Landesregierung Nordrhein-Westfalen heute etwas zu bieten, was der Bund seinem Bunker genommen hat: Alles ist an seinem Platz und funktioniert.

Ein unvergessliches Erlebnis für die Besucher: Sie wählen auf Drehscheiben eine Telefonnummer im Bunker an, stehen neben der Vermittelungstechnik und können sehen und hören, wie die Verbindung aufgebaut wird. Im WDR-Studio stehen sie neben den anlaufenden Magnetbändern, die ihr Radioprogramm runterspulen. An riesigen Leuchttischen tragen sie Atombombendetonationen ein, erfahren im Nachbarraum, wie damit nun verfahren wird.

Schritt für Schritt den 3. Weltkrieg durchgehen: Besucher am Kartentisch für die ABC-Lage.Schritt für Schritt geht es durch den 3. Weltkrieg und durch das, was man hoffte, von hier dann noch tun zu können. Eine Reise durch Fiktion und Wirklichkeit, die heute jeder Besucher in ihrem Ergebnis besser beurteilen kann, als die Landesregierung vor 40 Jahren. Es hätte nichts mehr gegeben, was man hätte von hier regieren können.

Und trotzdem sitzt der „Bunker-Treffer“: So hatte man sich das Ende in Europa einst vorgestellt. Dem wäre ein weltweiter Atomkrieg gefolgt. Ob man da noch 30 Tage überleben kann und möchte, sei dahin gestellt.

Fernschreibraum im nordrhein-westfälischen Ausweichsitz, in dem ein Gerät seine geheimen Nachrichten auswirft und auch über 30 Jahre nach der Herstellung tadellos funktioniert.Im Bus auf dem Rückweg nach Ahrweiler sind das Themen, die genannt werden. Ein zentraler Ansprechpartner der Dokumentationsstätten Regierungsbunker und Ausweichsitz ist auch jetzt bei der Gruppe und beantwortet alle Fragen. Eine ganze Stunde Fahrtzeit stehen dafür zur Verfügung – in der Vergangenheit haben sie oft nicht ausgereicht, um sich mit allen Besuchern auszutauschen.

Auch das steht für die „Eifel-Bunker-Tour“: Es ist eine Erfahrung des Grenzbereichs. Und da gibt es einige neue Erkenntnisse, über die man sich austauschen möchte. Mit den Trägern der Tour, aber auch untereinander.

Um 17 Uhr ist dann Schluss. Vier Bunkerstunden haben ihre Spuren hinterlassen – psychisch und auch physisch. Die Bunkerluft macht müde und an diesem Abend kann auf die Gutenachtgeschichte verzichtet werden. Geschichte pur – das ist die Eifel-Bunker-Tour ohnehin.